Themenmonat 30 Jahre Mauerfall: Die graue Eminenz der DDR-Nomenklatura, Alexander Schalck-Golodkowski

Alexander Schalck-Golodkowski, Bundesarchiv, Bild 183-1988-0317-312; Foto: Brüggmann, Eva, CC BY-SA 3.0

Das Verhältnis der DDR-Führung und aller im historischen Kultur- und Kunstbereich beschäftigten Verantwortlichen zur Pflege und Erhaltung des kulturellen Erbes war ambivalent und widersprüchlich. Einerseits gab es auf staatlicher, lokaler sowie auf privater Ebene ein großes Engagement zum Erhalt und für die Erweiterung von Sammlungen in Museen und Ausstellungen, anderseits führten die prekäre wirtschaftliche Lage und der permanente Devisenmangel dazu, dass sich der Ministerrat der DDR im Februar 1973 auf einer geheimen Sitzung zur Gründung der Kunst und Antiquitäten GmbH entschloss. Jetzt sollte auch der devisenbringende Handel mit dem antiquarisch-historischen „Tafelsilber“ der privaten und staatlichen Kunst- und Kultursammlungen unter die Kontrolle des Imperiums „Kommerzielle Koordinierung“ von Alexander Schalck-Golodkowski gestellt werden. 1974-1988 wurden so 145,2 Mio Valutamark erwirtschaftet. Die Geschädigten waren vor allem private Kunst- und Antiquitätensammler, die gezwungen wurden, Sammlungen unter Verkaufswert dem Staat anzubieten. Wie das System funktionierte und warum der Mauerfall 1989 ein Katastrophenjahr für den Kunst- und Kulturbestand der DDR war, können Sie in diesem Vortrag erfahren. Darüber hinaus wird erklärt, wie das System Unterschlagung und Betrug förderte, wer die Hehler und Ankäufer im Westen waren, und warum die Aktivitäten nach dem März 1990 unter anderem Rechtstitel von der Treuhand GmbH nahtlos fortgeführt wurden.

Gedenkstaette Berliner Mauer

06.11.2019, 11.00 Uhr

Mauerspaziergang

Führung mit Dr. Martin Albrecht an der Bernauer Straße, anschließend Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer. Treffpunkt Hinterausgang Nordbahnhof. Teilnahme kostenlos

Gedenkstaette Berliner Mauer, Bernauer Straße 111, 13355 Berlin

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