Kulturbundgalerie Treptow: Steffen Thiemann - usw.

Abb.: Steffen Thiemann

Für den Autor Steffen Thiemann ist das Zeichnen immer ein Äquivalent zum Schreiben. Die Übergänge sind fließend, auch wenn die eine Ausdrucksform die andere über längere Phasen zurückdrängt, so kommt er doch immer wieder auf das vernachlässigte Medium zurück und beginnt an einem aufgegebenen Punkt neu, so als hätte er nie damit aufgehört. Zeichnen als die ursprüngliche Ausdrucksform, lange bevor aus den Zeichen Buchstaben wurden, Wörter mit eigenen Bedeutungen, Sinnzusammenhängen, Geschichten. Das Zeichnen ist immer unmittelbar, spontan, weniger kalkuliert und spekulativ wie das Schreiben. Zeichnen ist ein Augen-Blick. Ein Skizzieren des Moments. Das Zeichnen ist immer auch ein Aufzeichnen. Gesichter, Blicke, Bewegungen, Wörter, Notate. Ein Beobachten und Festhalten. Zeichnen als Schreibbewegung. Das ist nicht abstrakt, sondern immer gegenständlich, konkret, mitunter naiv. Mit der Technik des Holzschnitts nimmt er den Schwung aus der flüchtig hingeworfenen Zeichnung. Alles Flüssige wird spröde, widerspenstig. Das Messer schneidet und gräbt die aufgezeichneten Spuren mühsam ins Holz. Der Holzschnitt als anachronistisches Vervielfältigungsmedium der Kommunikation. Schrift und Zeichen korrespondieren, ergänzen einander, ergeben zusammen ein Bild. Werbung, Ankündigung, Manifest.

Kulturort Lichtenberg

24.08.2019, 12.00 Uhr

Wasserfest an der Rummelsburger Bucht

Stand mit Publikationen und Informationen der Geschichtsfreunde Karlshorst und des Kulturring-Teams Lange Nacht der Bilder in Lichtenberg 2019. frei

Kulturort Lichtenberg

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