Filmreihe: Thomas Harlan – Wandersplitter

Foto: Christoph Hübner Filmproduktion

31.10., 18.00 Uhr

Rathaus Schöneberg

Thomas Harlan (1929-2010), Autor, Filmemacher, Weltenbummler und Nazi-Verfolger, Sohn des berühmt-berüchtigten Filmregisseurs Veith Harlan, setzte sich zeitlebens mit der deutschen NS-Vergangenheit und insbesondere mit der Rolle seines Vaters auseinander, der den berüchtigten Propagandafilm „Jud Süß“ inszenierte. Unermüdlich und rigoros stellte er die Frage nach der Mitschuld auch der Künstler am Holocaust. Der Film ist ein Porträt von Thomas Harlan, der von seinen Erinnerungen berichtet und seiner Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Er erzählt im Zimmer eines Sanatoriums in Süddeutschland mit Blick auf den Obersalzberg auf lebhafte Weise aus seinem Leben: 1937 mit dem Vater zu Tisch bei Hitler, 1941 Führer in der Marine-Hitlerjugend, 1942 Evakuierung nach Pommern, am Kriegsende in Berlin, 1948 nach Frankreich ausgewandert, 1949-1963 Recherchen in Polen zu NS-Verbrechen, 1959 erste einer Reihe von Verleumdungsklagen, 1964 Tod des Vaters; weitere Auseinandersetzungen mit der bundesrepublikanischen Justiz, danach Drehbücher, Romane, Filme und Projekte in der ganzen Welt, zuhause in Frankreich und Italien. „Das Erbe des Nationalsozialismus aus der Perspektive des unbequemen Außenseiters, nicht als Betroffenheitsspektakel präsentiert, sondern als dokumentarisches Material für die persönliche Auseinandersetzung mit Geschichte.“ (Claudia Lenssen, Deutschlandfunk Kultur, 2007).

www.kulturring.org - kulturell immer auf dem Laufenden | Adressen | Impressum | Datenschutz