Lesung im Club: Aber ich sah ja selbst, das war der Krieg

Foto: Cover Verlag

Der Filmregisseur Konrad Wolf (1925-1982) hat uns ein außergewöhnliches Dokument hinterlassen: sein Kriegstagebuch in russischer Sprache. Die drei kleinen engbeschriebenen Notizbücher blieben unversehrt und vermitteln ungewöhnliche Einblicke in Erleben, Denken und Fühlen ihres Verfassers. "Man fährt durch ein Dorf und sieht nichts als die zerstörten Gebäude, die Reste ehemaliger Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser, und für die vollkommende Schönheit der Natur bleibt ungewollt nur ein sehr kleiner Teil der Aufmerksamkeit. Das ist natürlich sehr schade, waren wir doch während unserer ganzen bisherigen Armeezeit in wunderschönen Gegegenden - im Kaukasus, im Dongebiet, in der Ukraine, am Dnjepr, in der Westukraine. Wie viele prächtige Orte haben wir gesehen. Ich brauche nur an die kaukasischen Berge zu denken, wie sie steil zum Schwarzen Meer hinab fallen, oder an die Wälder am Dnjepr! - Jetzt ist Krieg und natürlich muss alle Aufmerksamkeit ihm allein gelten. Irgendwann aber, wenn wieder Frieden sein wird, wenn das Leben wieder ruhig blüht, fahre ich zu all diesen Stätten und denke mit einem Lächheln im Herzen an das, was ich in den Jahren 1943 und 44 dort bei der Durchfahrt empfand." Konrad Wolf aus seinem Kriegstagebuch

Rathaus Schöneberg

09.05.2017, 19.00 Uhr

Erinnert werden - Zugänge zum zeitgeschichtlichen Lernen mit Kindern

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Zwei Mädchen bei der Schularbeit in der Theodor-Herzl-Schule, Kaiserdamm 78, Berlin 1935 Jüdisches Museum Berlin, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie; Foto: Herbert Sonnenfeld

09.05.2017, 20.00 Uhr

Kinderwege ins Exil

Vortrag von Dr. Gesine Bey und Film frei

31.05.2017, 18.00 Uhr

Filmreihe im Begleitprogramm der Ausstellung "Wir waren Nachbarn - Biografien jüdischer Zeitzeugen"

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss, (USA 1978), Teil 1: Die hereinbrechende Dunkelheit (135 Min.), Kinosaal frei

Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

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