Kulturnews 01/2018

Ingo Knechtel:

Alina Martirosjan-Pätzold (10.1.1953-9.12.2017)

Du kannst Tränen vergießen, weil sie gegangen ist - Du kannst lächeln, weil sie gelebt hat.
Foto: Kulturring

Ihre Krankheit währte nicht lange, aber sie war heimtückisch und ungerecht. Unsere Alina wollte, obwohl sie von ihr gezeichnet war, nicht aufgeben und war voller Hoffnung. Gemeinsam machte sie Pläne mit uns für 2018, wollte wie all die Jahre zuvor ihre, unsere Salons als charmante, herzliche Gastgeberin mit ihren Ideen, mit viel Kunst und hinreißenden Künstlern, mit kulinarischen Genüssen und Überraschungen vorbereiten und präsentieren.
Die Salons waren Alina Pätzolds Leben. Die Berliner Salons des 19. Jahrhunderts nahm sie sich als Vorbild. Warmherzig begrüßte sie all ihre Gäste persönlich. Hingebungsvoll bereitete sie alles vor, wollte die Welt in ihre Salons holen, wollte sie den Menschen hier näher bringen. So war es in Hellersdorf, wo sie 1999 die hellen salons im Kulturforum aus der Taufe hob, oder später in Hohenschönhausen mit den hohen salons oder mit den Carlhorster Salons. Es mögen wohl an die 100 Länder gewesen sein, die sie auswählte. Immer waren auch deren Vertreter in Berlin mit dabei, als Gäste und Partner, als Künstler und Sponsoren. Da kaufte auch schon mal ein algerischer Botschaftsrat selbst Zutaten in einem arabischen Laden ein und zauberte einen schmackhaften Couscous daraus im Kulturforum.
Aber Alina war ganz sicher mehr als eine Salonière. Sie war Philologin und Kulturmanagerin, als kulturpolitische Sprecherin engagierte sie sich in der Lichtenberger BVV. Sie war immer wieder auch eine Lebenskünstlerin, der es gelang, die Menschen um sich herum zu begeistern und zu motivieren. Sie war geprägt von ihrer Heimat Armenien, und sie war in ihrer neuen Heimat eine Weltbürgerin. Ihre Familie, ihre Kinder waren ihr Kraftquell. Auf sie war sie stolz. Als sie für ihre großen Verdienste 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, freute sie sich über diese Auszeichnung und sah darin eine Ehrung und Würdigung der Leistungen ihres Teams. Auch wenn in diesen Tagen Tränen der Trauer vergossen werden, mit ihrem Lächeln wird Alina Pätzold bei uns sein. Der Kulturring erinnert sich mit großer Dankbarkeit an Alina.


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