Kulturnews 07/2009

Ingo Knechtel:

Ohne Geld

ist in dieser Gesellschaft nichts zu machen, es regiert die Welt. So wird es behauptet; vielen Leuten fallen dafür unzählige Beweise ein. Und das nicht nur im Fußball mit seinen millionen- und jetzt auch milliardenschweren Ablösesummen. Auch in der Kultur, und da nicht nur im Show Business, wird viel Geld ausgegeben und verdient. Geht eigentlich gar nichts mehr ohne Geld? Niemand wird etwas dagegen haben, wenn für eine kulturell-künstlerische Leistung, wie für jede andere Leistung, eine angemessene Vergütung gezahlt wird. Jenen, die dies zu unterlaufen versuchen, wird zurecht Kontra geboten. Und doch ist eine kulturelle Leistung mehr als eine Ware. Mit ihr reflektiert ein Künstler die Welt im Großen und im Kleinen, oft ist sie Auseinandersetzung, Diskussionsangebot. Und sie will geradezu auf ihr Publikum treffen. Dafür gibt es zum Glück immer wieder Gelegenheiten, aus denen alle Beteiligten Kraft und Freude schöpfen und die nicht vom Kommerz diktiert sind. Seien es solche Aktionen wie die Lange Nacht der Bilder in Lichtenberg, bei der bildende Künstler und Galerien Besucher völlig ohne Eintritt einladen, Kunst zu genießen, über sie zu diskutieren und zu streiten. Oder denken wir an die gerade stattgefundene Fête de la Musique, bei der Hunderte Musiker und Bands überall in Europa ohne Honorar auftraten und ihr Publikum erfreuten. Oder die vielen Volksfeste in den nordischen Ländern zur Sommersonnenwende… Viele Vereine und ehrenamtlich Tätige bringen sich dabei ein. Gebraucht wird eine funktionierende Infrastruktur, Vereine, die unterstützt werden müssen, auch vom Staat. Über Interesse und Beteiligung braucht sich niemand zu sorgen. Das ist eine solide (und auch solidarische) Basis. Bleiben wir uns also treu, lassen wir uns nicht kaufen und treten wir ein für eine wirklich freie Kunst und Kultur.


...zurück

www.kulturring.org - kulturell immer auf dem Laufenden | Adressen | Impressum | Datenschutz