Kulturnews 05/2009

Brigitte Silná:

Linedancer in der Kulturküche Bohnsdorf

Foto: Brigitte Silná

Ein Linedance-Kurs der „Beginners“ (Anfänger), seit September 2008 in der Bohnsdorfer Kulturküche angeboten, konnte sich inzwischen soweit etablieren, dass wöchentlich jeweils am Dienstagabend bis zu 12 Teilnehmer regelmäßig diesem sportlichen Tanzvergnügen nachgehen. Die Bewegungsenthusiasten kommen fast alle aus dem Kiez und gehören der Altersgruppe Ende 30/Anfang 40 Jahren an, wobei auch eine „ältere Dame“ von 64 Jahren mit großem Spaß bei der Sache ist.
Welche Ursprünge hat denn der Linedance? Vermutet werden mehrere Einflüsse.
Im 19. Jh. brachten die europäischen Einwanderer Ihre Folklore nach Nordamerika (Clantänze der Iren und Schotten, Menuette, Polkas). Dann spielte wohl der französische „Contredanse“ eine Rolle, wo sich zwei Linien von Tänzern gegenüber standen.
Doch erste Aufzeichnungen für Line Dance gibt es erst aus den 1950er Jahren! TV-Shows und Filme vermischten Country und Pop, lösten Tanzwellen aus, die Medien beförderten den Line Dance Boom, der erst richtig 1992 mit dem Hit “Achy Breaky Heart“ von Billy Ray Cyrus aufkam, Dancehalls und Diskotheken füllten sich.
Also Line Dance und Country Music haben keine gemeinsamen Wurzeln!
Getanzt wird zwar heute auf Country & Western oder Bluegrass Music, er funktioniert aber eigentlich mit jeder Musikart, selbst Techno.
Nach zwei eindrucksvollen Auftritten der T-Dancers 2008 in der Bohnsdorfer Einrichtung, die schon mehrere Jahre ein eingespieltes Team bilden und Schrittkombinationen im Intermediate-Stil zeigten, sprang wohl bei einigen Gästen der Funke über. Somit begann der erste „Schnupperkurs“, und das sympathische Trainer-Paar Elke & Jörg führten „die Neuen“ in die Beginner-Tänze ein. Es dauerte nicht lange, und es entwickelte sich eine freundschaftliche Atmosphäre unter den Teilnehmern, die sich auch sonst zu festlichen Gelegenheiten gemeinsam gern „zusammensetzen“ – schließlich sollte Anstrengung ebenso mit Spaß an der Freude verbunden sein!
Bald ist das erste Jahr geschafft, dann kommen vier neue Tänze bzw. kompliziertere Schrittkombinationen hinzu. Bereits im März dieses Jahres präsentierte die Gruppe, natürlich mit Lampenfieber, eine „öffentliche Probe“ im Rahmen des Kulturcafés. Anschließend gesellte sich sogleich ein neues Paar hinzu. Inzwischen sagten sich die Mitglieder: das Kind ist schon groß genug und trägt noch keinen Namen – und deshalb nennen sie sich nun „Dancing Beans“ (Tanzbohnen), was von einem bereits gewachsenen Selbstvertrauen zeugt!
Linedance bringt Körper und Geist in Bewegung, verknüpft das körperliche mit dem Reaktions-Training und fördert das Rhythmusgefühl. Die temperamentvolle Musik geht „unter die Haut“ und „in der Reihe“ verliert man eventuelle Hemmungen beim Tanz in der Gemeinschaft.


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