Kulturnews 11/2018

Jürgen Keller:

Berlin in der Hand

Berlin Bibliothek, Foto: Ina Seidel

Um Berlin in den Händen halten zu können, bedarf es keiner großen Anstrengungen. Man muss sich nur in den Prenzlauer Berg begeben, genau an die Ecke, an welcher sich Senefelderstraße und Hiddenseer Straße treffen. Für Abergläubige kann hier die 13 doch noch zu einer Glückszahl werden. Der Eckladen mit seinen großen Fenstern und den vielen Büchern hinter und vor den Scheiben befindet sich nämlich in der Senefelderstraße 13. Es ist der Medienpoint des Kulturring in Berlin e.V. im Prenzlauer Berg. Im Jahre 2003 wurde er als erster Medienpoint des Kulturrings eingerichtet und eröffnet, und bis heute können sich hier soziale Einrichtungen, Menschen mit geringem Einkommen sowie Kinder und Jugendliche kostenlos mit Büchern, Spielen, Filmen und den verschiedensten Tonträgern versorgen. Alle Bücher und Medien in den Regalen sind Spenden, die von den Mitarbeitern entgegengenommen und kostenlos weitergegeben werden. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich, dem Sprichwort nach, die Regel. Die Zahl dieser Ausnahmen ist über die Jahre stetig und immer mehr gewachsen. Und heute haben sie schon die stattliche Zahl von 3.500 erreicht. Um was für Ausnahmen handelt es sich? Natürlich um Bücher, Zeitschriften, Kataloge, Periodika und dergleichen mehr. Sie alle haben ein und dasselbe Thema zum Inhalt: Berlin. Sie alle gehören zur Berlinbibliothek des Medienpoints im Prenzlauer Berg.
In den Jahren seit der Eröffnung des Medienpoints machten die Mitarbeiter immer wieder dieselbe Erfahrung: Medien mit Inhalten zu Berlin waren sehr beliebt und, kaum in den Regalen einsortiert, schon wieder weg. Aber die Nachfrage nach ihnen wurde nicht geringer. So entstand die Idee, sie alle vor Ort zu halten und mit ihnen eine Präsenzbibliothek einzurichten. Dadurch kamen viel mehr Besucher in den Genuss der Lektüre. Das war der Beginn der Berlinbibliothek des Medienpoints im Prenzlauer Berg.
Stadtgeschichte, Museumsführer, Mauerzeit und Kalter Krieg, Kunst und Kultur, Romane und Erzählungen, die Geschichte der Frauenbewegung, die Wiedervereinigung und der Prozess des Zusammenwachsens, die Stadtbezirke in ihrer Entwicklung, Bildbände, Architektur und vieles, vieles mehr zu Berlin füllten die Regale. Die Berlinbibliothek wurde so zu einem Teil des Medienpoints. Die Mitarbeiter beließen es aber nicht beim Sammeln der Bücher. Mit dem Anwachsen ihrer Zahl wurde es immer schwieriger, den Überblick zu bewahren. So ergab sich die Notwendigkeit des Aufbaus einer Datenbank, in welcher alle Bücher erfasst werden konnten. Diese wurde erstellt, und jedes heute neu hinzukommende Medium mit Bezug auf Berlin findet sich in ihr wieder. Mit Schlagwörtern wie Autor, Titel, Buchbeschreibung, Verlage, Herausgeber, Inhaltsstichworte, ISBN und auch den Bildern der Buchtitel können die Leser dann auf die Suche gehen. Dafür wird im Medienpoint ein Terminal geschaffen, von welchem aus zum neuen Jahr der Zugriff auf die Datenbank der Berlinbibliothek möglich ist. Für das Studium der gefundenen Titel hat der Leser die Möglichkeit, einen der elf Arbeitsplätze zu nutzen. Auch Kopien werden für ein kleines Entgelt bereitgestellt.
Darüber hinaus stehen allen Interessierten, die sich vorab informieren möchten, die Mitarbeiter der Berlinbibliothek des Medienpoints Pankow des Kulturring in Berlin e.V. unter folgender Telefonnummer gern zur Seite: 91203924.


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