Kulturnews 05/2018

Peter Bauza: COPACABANA PALACE

aus der Serie „Copacabana Palace, 2016“, Foto: Peter Bauza

Die Fotogalerie Friedrichshain zeigt zum ersten Mal in Berlin die weltweit erfolgreiche Serie Copacabana Palace von Peter Bauza, für die der Fotograf 2017 u.a. mit dem World Press Photo Award in der Kategorie Contemporary Issues – Stories ausgezeichnet wurde.
Peter Bauza zeigt in einfühlsamen, berauschenden Bildern den Alltag in den besetzten Bauruinen mit dem Spitznamen Copacabana Palace, etwa 60 km westlich von Rio de Janeiro. Mehr als 1000 obdachlose Menschen („sem teto, sem terra“) leben dort ohne fließendes Wasser oder Elektrizität unter extremsten Bedingungen. Viele von ihnen sind aus Rios Favelas geflüchtet, vor Konflikten oder nicht mehr zu bezahlenden Rechnungen. Sie alle wollten nur temporär bleiben und warten noch immer auf eine vom Staat versprochene Sozialwohnung.
Ein heikles Thema, für das der Fotograf vor allem das Vertrauen der Menschen vor Ort gewinnen musste. Während sich Rio mit gigantischen Ausgaben auf die Olympischen Spiele 2016 vorbereitete, lebte Bauza über Monate mit den Menschen im Copacabana Palace und schuf so ein umfassendes Gesellschaftsbild nach dem Zitat des brasilianischen Musikers Francis Himes über Rio: „Das Paradies ist hier, die Hölle ist hier, Wahnsinn ist hier, Leidenschaft ist hier“. Bauza selbst äußerte sich über seine Motivation: „Es ging mir nicht darum noch mehr Elend zu zeigen, sondern das tägliche Leben dieses versteckten und ausgegliederten Teils der Gesellschaft. Ich wollte ihre Herausforderungen, Nöte, Bedürfnisse und Ängste festhalten, aber auch ihre Kraft, Lebensfreude, Hoffnung, Gefühle und den Zusammenhalt. Und vielleicht über diese Umwege auch Veränderungen zu ermöglichen. Kein Mensch wird als Hausbesetzer oder Obdachloser geboren. Die Gesellschaft und Politik leitet diese Wege ein."

aus der Serie „Copacabana Palace, 2016“, Foto: Peter Bauza

Peter Bauza verließ nach einem Abschluss als Kaufmann im Außenhandel Deutschland und arbeitete für ein internationales Unternehmen in mehreren Ländern Lateinamerikas. Er gab seinen Job auf für seine Leidenschaft zur Fotografie. Am Open College of the Arts verfeinerte er seinen persönlichen Stil. Bauza engagiert sich seit vielen Jahren für soziale und geopolitische Fragen in der Dokumentar- und Reportagefotografie. Seine sozial engagierten Themen erscheinen in Magazinen wie GEO, LFI, Stern, Vanity Fair und Die Zeit

Ausstellung:
27.04. bis 08.06.2018
Vernissage: 26.04, 19.00 Uhr
www.fotogalerie.berlin
www.facebook.com/fotogaleriefriedrichshain


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