Kulturnews 04/2018

Ingo Knechtel:

Müller auf Kieztour im Medienpoint

Regierender Bürgermeister würdigt Arbeit des Kulturrings
Foto: www.facebook.com/michael.mueller.berlin

Schon vor einiger Zeit wurde Michael Müller auf die Medienpoints des Kulturrings aufmerksam. Im August letzen Jahres empfing er den Tempelhofer Medienpoint-Manager Henning Hamann in seinem Wahlkreisbüro und bemühte sich selbst um Bücherspenden für die Einrichtung. Nunmehr ließ er es sich nicht nehmen, dem Medienpoint in der Werderstraße 13 am 12. März einen Besuch abzustatten. Mit einer Bücherspende im Gepäck gratulierte er zum zehnjährigen Jubiläum des Medienpoints in seinem Heimatbezirk. Chef und Mitarbeiter der Einrichtung hatten sich gut vorbereitet auf den Termin. Die Räume waren festlich geschmückt, ein Büfett liebevoll vorbereitet. Für Michael Müller war es eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag im Roten Rathaus. Nach Übergabe seiner Spende, u.a. mit Henning Mankell-Krimis, und einem Pressefoto verschwand er ganz schnell zwischen den Regalen voller akkurat sortierter Bücher und verschaffte sich einen Eindruck vom Angebot. Da spürte jeder gleich, Müller ist Fachmann, weiß wovon er redet und hat eine sehr innige Beziehung zum Buch. Schließlich hat er in der familieneigenen Druckerei das Handwerk eines Buchdruckers vom Vater gelernt und 15 Jahre lang mit ihm Seite an Seite gearbeitet.
Es ist unkompliziert, mit Michael Müller ins Gespräch zu kommen. Kulturring-Geschäftsführer und Leiter der Einrichtung berichteten beide darüber, dass der Medienpoint in der Werderstraße mit nunmehr fast 100.000 Besuchern und weit über 300.000 ausgegebenen Medienspenden eine Erfolgsgeschichte darstellt. Er ist nicht nur Sammelstelle für Medien aller Art, mit dem Zweck, diese kostenlos an andere weiterzugeben, er ist auch eine interessante Arbeitsstelle für ein Team von ca. 10 Mitstreitern, die als sog. Ein-Euro-Jobber oder als Bundesfreiwillige mit viel Herzblut und für wenig Geld aus dem Medienpoint auch einen sozialen Treffpunkt im Kiez mit anspruchsvollen Ausstellungen gemacht haben. Die Ideen dazu kamen vom früheren Radio-Moderator Henning Hamann, der mit dem ihm eigenen Nachdruck und mit viel Phantasie über all die Jahre der Macher in der Einrichtung war.
Natürlich interessierte sich der Regierende auch für die anderen Medienpoints des Kulturrings. Denn es ist schon bemerkenswert, dass sie alle ihre Spezifika haben, ob nun die besonderen Angebote für Kita-Kinder in Reinickendorf, der Kinder-Medienpoint im Spandauer Falkenhagener Feld, die im Aufbau befindliche Berlin-Bibliothek im Medienpoint im Prenzlauer Berg. Insgesamt neun solche Einrichtungen werden derzeit vom Kulturring betrieben und erfreuen sich großer Beliebtheit. Dem Regierenden Bürgermeister fiel gleich spontan ein, dass er sicher im Roten Rathaus noch einige Bücher für die Berlin-Bibliothek in der Senefelderstraße finden wird.
Aber zurück zum Jubiläumstag in der Tempelhofer Werderstraße. Auch dort sind die Kinder aus umliegenden Kitas immer wieder zu Gast, besonders beliebt sind dabei die Feste zum Nikolaustag oder zu Ostern. Aber auch die Teilnahme am jährlichen Spielfest im Volkspark Mariendorf fand großen Zuspruch. Und die vielen guten Kontakte im Bezirk waren auch der Grund, dass zur 10-Jahres-Feier weit bis in den Abend hinein viele Gäste in den Medienpoint kamen. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler hatte vor kurzem erst offenbart, dass der Medienpoint einer ihrer Lieblingsorte im Bezirk ist. Auch Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) und die stellv. CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Dittmeyer gehören zu den Unterstützern des Medienpoints und sind quasi Stammgäste. Immer wieder lobende Worte und tatkräftige Hilfe, dazu zahlreiche Spenden, kamen von Ed Koch, dem Herausgeber von paper-press. Dr. Ulrike Stutzky gehörte ebenso zum Kreis der Unterstützer, die mit viel Freude und Enthusiasmus ihre Hilfe als Kuratorin für zahlreiche Ausstellungen gab. Dass der Medienpoint Tempelhof gut vernetzt ist, zeigte sich auch in der Anwesenheit und der Unterstützung durch Tobias Mette und Robert Hahn von der Unternehmerinitiative Tempelhofer Damm. Koordinator Reno Döring vom Kulturring begrüßte alle Gäste und bedankte sich im Namen des Kulturring-Vorstands für die jahrelange, engagierte Arbeit des von Henning Hamann geleiteten Medienpoints. Bürgermeisterin Schöttler sagte ein großes Dankeschön aus Sicht der Kommune. Und der ganz besondere Förderer und Freund Ed Koch blickte zurück auf die sehr persönlichen Beziehungen zu Henning Hamann über all die Jahre. Dieser hatte zum Jubiläum einen Foto-Video-Rückblick vorbereitet und ließ Erinnerungen wieder lebendig werden.
Der freudige Anlass und der stimmungsvolle Abend waren aber auch durchzogen von Wehmut. Denn er sollte auch den Abschied des langjährigen Leiters Henning Hamann darstellen. Immense gesundheitliche Probleme erlauben es dem 66-jährigen nicht, weiterzumachen. Mit Hamann verliert der Kulturring einen ganz außergewöhnlichen Mitarbeiter, dem er sehr viel zu verdanken hat. Er trat mit dem Anspruch an, mit dem Medienpoint auch ein kulturelles Zentrum zu schaffen. Genau das ist ihm eindrucksvoll gelungen. „Henning Hamann war ein Menschenfänger im Positiven, der die Menschen einfach zum Mitmachen brachte“, schrieb Thomas Moser über ihn in der Lichtenrader Internetzeitung. Geehrt wurde Hamann dafür mit der Verdienstmedaille 2016 im Rathaus Schöneberg. Wir sind uns sicher, dass es zwar schwer für den Kulturring wird, diese Steilvorlage von HH erfolgreich weiterzuführen, aber mühen werden sich der Verein und seine vielen Unterstützer schon.


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