Frauenpersönlichkeiten in Friedrichshain-Kreuzberg

Mit dem Projekt „Frauenpersönlichkeiten in Friedrichshain-Kreuzberg“ gewährt der Kulturring in Berlin e.V. einen Einblick in das Leben und Wirken von Frauen, die in der Geschichte Berlins und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ihre Spuren hinterlassen haben. Aus sämtlichen Bereichen der Gesellschaft - ob Kunst und Kultur, Politik oder Wissenschaft – finden sich Frauen, mit deren Lebensgeschichte in den hier abgebildeten Biografien noch einmal an sie erinnert wird.
Nach der Vorstellung der Biografien von Frauenpersönlichkeiten in Berlin-Mitte erweitert der Kulturring in Berlin e.V. mit dieser Präsentation den Kreis prominenter Frauen und deren Lebensläufe um den Doppelbezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

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Polenaktion 1938

Der 28. Oktober 1938 war ein Freitag. Nach dem Sonnenuntergang sollte, wie gewohnt, die Zeit des Sabbats beginnen. Laut der strengen Vorschriften der jüdischen Religion, sollten die Gläubigen an diesem heiligen Tag jede Tätigkeit vermeiden, die man als Arbeit betrachten konnte, z.B. das Tragen von Gepäck und das Reisen. 1.)

Der 18-jährige Marceli Reich, der damals in einer kleinen möblierten Wohnung in Berlin-Charlottenburg wohnte, wurde kurz vor 7 Uhr am Morgen von einem Wachmann geweckt und aufgefordert mitzugehen. In die Hand bekam er ein Abschiebungsbescheid. Absolut überrascht, versuchte der junge Mann, darauf hinzuweisen, dass er gemäß des Schreibens 14 Tage Zeit habe, das Land zu verlassen und sogar einen Widerspruch einlegen könne. Der „Gesetzeshüter“ zeigte jedoch kein Verständnis für solche rechtlichen Nuancen 2.). Bei der Verhaftung ahnte der zukünftige Literaturkritiker noch nicht, dass er nur einer von tausenden polnischen Juden war, die schon seit dem Vortag (27.10.1938) im ganzen Reichsgebiet verhaftet und zu diversen Sammelpunkten gebracht wurden. Weiter ging es zur polnischen Grenze.

Foto: YadVashem Bildersammlung, Zbąszyń, Nov. 1938


1.) Jerzy Tomaszewski: „Auftakt zur Vernichtung. Die Vertreibung polnischer Juden aus Deutschland im Jahr 1938“, fibre Verlag, Osnabrück 2002, Seite 120;
2.) Marcel Reich-Ranicki: „Mein Leben“, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 1999, Seiten 157-159

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Geschichtsfreunde Karlshorst

Seit vielen Jahren beschäftigen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit der Geschichte Karlshorsts. So entstanden u.a. die Publikationen zum 100jährigen Bestehen von Karlshorst und die überarbeitete Broschüre „110 Jahre Karlshorst“, die im März 2005 vom Kulturring in Berlin e.V. herausgegeben wurde. Einige der Autoren haben sich im Sommer 2005 mit weiteren geschichtsinteressierten Karlshorstern als „Geschichtsfreunde Karlshorst“ im Kulturring in Berlin e.V. zusammengeschlossen. Die Mitglieder der Gruppe erforschen und dokumentieren die regionale Historie und machen die Ergebnisse der Öffentlichkeit mit Publikationen, Vorträgen und Ausstellungen zugänglich. Ziel ist es, die archivarische Erschließung der Geschichte mit den persönlichen Erinnerungen von Karlshorster Bürgern zu verbinden. Arbeitsfelder der Gruppe sind die Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, die Bau- und Siedlungsgeschichte als Ganzes sowie die Entwicklung in Karlshorst in den einzelnen Perioden der deutschen Geschichte.

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Frauen in Handwerk und Technik

Der Berufsstart und die Berufswahl ist besonders für junge Frauen kompliziert, da oft ein Mangel an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, besonders auch in den sogenannten Frauenberufen herrscht. Mit einer umfassenden Information über neue Berufe oder die Möglichkeiten in technischen oder handwerklichen Berufen erweitern sich die Perspektiven für junge Frauen.
Mit Unterstützung der Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf haben Projektmitarbeiter des Kulturrings recherchiert und wollen all jenen Frauen Orientierungs- und Entscheidungshilfen geben, die in diesen Bezirken eine berufliche Perspektive suchen. Dabei werden sowohl Traditionen als auch gegenwärtige Entwicklungslinien technischer und handwerklicher Berufe einbezogen. Wir stellen 76 Berufe vor, die in den Bezirken angeboten werden und liefern die dazu gehörigen Kontaktdaten. Wichtig ist aber vor allem, dass Sie die Berufswahl ganz nach Ihren eigenen Fähigkeiten, Interessen und Vorstellungen vornehmen. Gerade die Bereiche Handwerk, Technik, IT und Medien bieten viele Karrieremöglichkeiten und gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt.

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Frauenpersönlichkeiten in Berlin Mitte

Frauen haben in Berlin schon immer eine eigene Rolle gespielt, sei es dass sie aus ihrem scheinbar eng begrenzten Wirkungs- und Lebenskreis eindrücklich hervortraten, sei es dass sie über Region und Land hinaus „Geschichte gemacht“ haben. Im öffentlichen Raum werden mit Straßennamen, Plätzen, Ehrengräbern und Gedenktafeln die Leistungen vieler weiblicher Persönlichkeiten gewürdigt und präsent gehalten. Die Website Frauenpersönlichkeiten beschreibt Lebensverläufe der ersten zugelassenen Ärztinnen, von Richterinnen, Historikerinnen, Künstlerinnen oder Kämpferinnen für die Rechte der Frauen. Neben den im Stadtbild sichtbaren Frauenspuren werden auch Frauen vorgestellt, die die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten wesentlich verändert haben und manchmal zu Unrecht aus dem öffentlichen Blickfeld gerückt sind. Alle Biografien ermöglichen uns eine Zeitreise durch verschiedene historischen Epochen unserer Stadt. Der Kulturring in Berlin e.V. wird den aktuellen Stand der Recherche auch in weiteren Kategorien und Bezirken abbilden.

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Rosa Winkel

Im Berliner Tiergarten entstand ein Denkmal für die in der NS-Zeit verfolgten und getöteten Homosexuellen. 58 Jahre danach. Eine bittere Genugtuung. Denn Lebenshilfe oder gar Entschädigung für die Leiden durch Justizhaft und KZ haben die homosexuellen Opfer des Faschismus im Nachkriegsdeutschland nicht bekommen, weder in der DDR noch in der Bundesrepublik Deutschland. Für die Homosexuellen gab es keine Befreiung. Sie mussten auch nach 1945 ihr "Anderssein" verbergen.
Seit 1997 fördert der Kulturring in Berlin e.V. wissenschaftliche Projekte zur Erkundung der Schicksale homosexueller Männer, seit ein paar Jahren auch zur Situation und zu Schicksalen lesbischer Frauen in der NS-Zeit und im Nachkriegsberlin. Schwerpunkte sind die Strafverfolgung durch die NS-Justiz, die aufgrund der NS-Sondergesetzgebung gegen Homosexuelle viele Betroffene ins Gefängnis, ins Zuchthaus, in die Strafgefangenenlager mit verschärftem Vollzug (Moorlager) und in die KZs brachte, und die Auswirkung der Justizverfolgung auf das Leben der Betroffenen bis in die Nachkriegszeit. Weiterhin umfassen die Forschungen die menschenverachtende Unterdrückung der Betroffenen sowie damit einhergehende Einschränkungen in ihrem täglichen Leben, die mitunter weit über die Strafverfolgung hinaus reichende Wirkungen hatten.

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Inhaftiert

„Inhaftiert“ beschreibt das Leben hinter Gittern in einem ostdeutschen Gefängnis zur Zeit des „Kalten Krieges“. Die Berliner Fotograin Franziska Vu nähert sich dem Thema aus zwei Richtungen. Durch die Linse ihrer Kamera betrachtet, nimmt sie uns mit auf eine fotografische Führung durch das Gebäude. Wir erleben die Machtlosigkeit, die Angst und die Einsamkeit, die die Gefangenen empfunden haben, aber auch Hoffnungsschimmer. Interviews, die Franziska Vu mit ehemaligen Gefangenen führte, helfen uns dabei, die visuellen Eindrücke mit realen Lebensgeschichten zu verbinden, und verleihen den damals hinter dicken Mauern Totgeschwiegenen eine Stimme. Diese Verbindung von Fotokunst und wirklichen Erlebnissen, von künstlerischer Ausdrucksform mit politischer Auseinandersetzung, schafft eine eindrucksvolle Ausstellung, die uns zum Nachdenken über ein Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte zwingt, das an Aktualität nichts eingebüßt hat.

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Concerto Brandenburg

Der Name Concerto Brandenburg steht für das Anliegen der Musiker, Werke Berliner und Brandenburgischer Komponisten wieder zu entdecken und neu zu beleben. Die Musiker von Concerto Brandenburg haben sich nach mehrjähriger Erfahrung in verschiedenen Orchestern auf das Spiel historischer Instrumente spezialisiert. Sie bildeten sich an bekannten Ausbildungsstätten für alte Musik in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz weiter. Als barocker Klangkörper arbeiteten sie mit namhaften Interpreten und Dirigenten wie Robert Hill, Friedemann Immer, Ton Koopmann und Stephan Mai zusammen. Oratorienaufführungen verbinden Concerto Brandenburg mit der Berliner Singakademie und ihrem Leiter Achim Zimmermann. Wechselnde, der Literatur angepasste Besetzungen verleihen Concerto Brandenburg einen individuellen Charakter. So variiert das Auftreten von gemischten kammermusikalischen Besetzungen, Barockorchester bis hin zum groß besetzten klassischen Orchester. Concerto Brandenburg möchte in einer traditionsreichen Stadt wie Berlin ein weiterer Bestandteil des umfangreichen Kulturangebotes sein und zur Bereicherung der "Alten Musik" in Berlin und über Berlins Grenzen hinaus beitragen.

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Leben hinter der Zuckerbäckerfassade

Von der KMA zur AdK - Nach dem Erfolg der Ausstellung "Leben hinter der Zuckerbäckerfassade" über die Erstbewohner der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain arbeiten die Ausstellungsmacherinnen Ylva Queisser und Lidia Tirri jetzt an einem neuen Projekt über das Leben der Menschen in der Allee der Kosmonauten in Marzahn. Schon als die "erste sozialistische Straße Deutschlands" - die Stalinallee - noch im Bau war, musste die DDR zu einer Bauweise übergehen, die "besser, billiger und schneller" war. Auf Dauer konnte der junge Staat sich die Kosten seines ersten Vorzeigeprojekts nicht leisten: So entstand die Platte. Aus industriell vorgefertigten Elementen wurden mit Hilfe des Krans enorme Wohnblocks zusammengesteckt. 1973 beschloss die SED und die Regierung der DDR das Wohnungsbauprogramm und begann, nordöstlich von Berlin 230 000 Plattenbauwohnungen zu errichten. Die Trabantenstadt war das neue Vorzeigeobjekt der Partei. In der Allee der Kosmonauten sind viele der ersten Bewohner bis heute geblieben. Wie sah ihr Alltag in der Straße aus, und wie sehen sie heute, nach mehr als 25 Jahren, auf das Erlebte zurück? Wurde die Platte auch von ihnen als Utopie des sozialistischen Wohnens erlebt? Diese Fragen wollen wir beantworten, und mit unseren Interviews und Fotoaufnahmen aus der Straße wollen wir das Leben in der Allee der Kosmonauten dokumentieren. Unser fremder Blick ermöglicht dem Außenstehenden einen Einblick in die private Sphäre der Bewohner und lässt ein Bild vom Mikrokosmos der Plattenbausiedlung entstehen.

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"23 Muskeltiere"

Was sind die Muskeltiere? Schon seit Mitte der 90er Jahre werkeln die Muskeltiere im Südosten von Berlin. Hinter der Namensidee einer 5. Klasse aus Berlin-Köpenick verbirgt sich ein medienpädagogisches Vorhaben mit Angeboten für die Grundschule (Klassenstufe vier bis sechs), das vom Kulturring in Berlin getragen wird. Inzwischen wurden fast 60 Projekte in 15 Grundschulen durchgeführt. Warum setzen wir uns für diese andere Form des Medienunterrichts ein? Das Fernsehen ist noch immer die populärste Freizeitbeschäftigung der jungen Generation. Kinder und Jugendliche werden von der Unterhaltungsindustrie mit einer Menge an Botschaften befrachtet, doch im Umgang damit erfahren sie nur wenig Unterstützung. Ihnen wird nicht mitgeteilt, dass man und wie man die Botschaften herstellen, analysieren und diskutieren kann. Genau dies ist das zentrale Ziel unserer Medienarbeit. Im Mittelpunkt aller Projekte steht die gemeinsame Herstellung eines Videofilms. Die Themen der einzelnen Sendungen waren am Anfang sehr vielfältig: Schulreportagen, Dokumentationen, Theaterinszenierungen, einfache Trickfilme, Sendungen über andere Länder, aber auch Unterrichtsthemen. In den letzten Jahren bildete sich das Schwerpunktthema "Nachrichten" heraus - vor allem in der Zusammenarbeit mit Schulen aus Europa. Die Videosendungen werden im Offenen Kanal Berlin ausgestrahlt. Die Veröffentlichung der Aufnahmen ist für die Schüler wichtig und spannend: Man erreicht ein größeres Publikum und kann somit aktiv an der großen Medienwelt teilnehmen.

Industriegeschichte Spandau

Geschichte und Gegenwart eines Bezirkes sind untrennbar mit seiner Rolle als Industriestandort verbunden. Bildeten große Industriegebiete schon früher den Kern von Wohngebieten mit ihrer gesamten Infrastruktur, so ist auch heute eine enge Wechselbeziehung zwischen Industrieansiedlung und dem Erschließungsstand eines Gebietes mit seiner Bevölkerung zu verzeichnen. Industriegeschichte ist Kulturgeschichte und somit nicht nur interessant für Touristen sondern auch wichtig für die Identität der Anwohner solcher Gebiete.

Entwickelten sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten Wirtschaftsstandorte von enormer Ausdehnung, was, so wie z.B. bei Siemensstadt, zugleich die Ansiedlung von Arbeitskräften nach sich zog und einen enormen Schub für Handel, Dienstleistung und Verkehr mit sich brachte, so resultierten eine höhere Effektivität durch wissenschaftliche und technische Entwicklung, Rationalisierung und Globalisierung in einem Schrumpfen der industriell genutzten Flächen. Die Standorte aber blieben oftmals erkennbar. Sie liegen z.T. brach oder werden heute durch verschiedene neue Betriebe, Gewerbe oder Dienstleister genutzt.

Mit der Darstellung ausgewählter Industriestandorte, vorerst im Bezirk Spandau, will der Kulturring die Sinne dafür schärfen, sein Wohnumfeld auch aus der Geschichte und Tradition heraus zu verstehen, vielleicht auch den Anstoß dazu geben, bei geplanten Neuansiedlungen  möglicherweise einen dieser Standorte in die engere Auswahl zu ziehen.

 

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