Fotogalerie Friedrichshain

08.11. bis 03.01.2020

Deutschland Übergestern von Dario J. Laganà


Im Rahmen des Jubiläums 30 Jahre Mauerfall portraitiert der italienische Fotograf Dario J. Laganà Menschen, deren Berufsleben sich nach der Wende radikal verändert hat. Laganà hat nach ausführlicher Recherche zur Arbeits- und Industriekultur in der DDR und in der Nachwendezeit einige dieser Menschen besucht. In der Ausstellung rekonstruiert er in fotografischen Portraits und Interviews eine Reihe von diesen persönlichen Lebenswegen, die dem Leser und dem Betrachter diesen Teil der deutschen Geschichte und deren Protagonisten näher bringen. Jeder, der gearbeitet hat oder noch im Arbeitsleben steht, kann sich leicht mit dieser Art von Geschichten identifizieren. Die universelle Konnotation von Arbeit kann von jedem Menschen verstanden werden, ohne das spezifische Wissen über die sozialpolitischen Umstände, die die Ereignisse nach dem Fall der Mauer charakterisiert haben. Neben den radikalen Veränderungen, die als negative Veränderungen für das Berufsleben angesehen werden können, gibt es auch Fälle, in denen der Bruch mit der Vergangenheit und die Wiedervereinigung eine positive Wendung und neue Chancen gebracht haben. Neben seinem Interesse für Geschichte erforschte Dario J. Laganà die Beziehung zwischen menschlichen Emotionen (“Emotional Entropy”) und ihrer visuellen Repräsentation in der Fotografie. Im Projekt Deutschland Übergestern führt er diese beiden Aspekte seiner fotografischen Arbeit zusammen.


11.01. bis 21.02.2020

Ludwig Rauch - Limited Supply Only / Fotografische Bilder 2016-2019

Vernissage: 10.01, 19.00 Uhr


Die Welt gibt es so oft, wie es Betrachter von ihr gibt. Wirklichkeit ist immer nur das, worin der einzelne lebt. Das gilt auch für fotografierte Bilder von dieser Wirklichkeit. Ludwig Rauch, der in Leipzig zunächst Bildjournalismus und im Anschluss an sein Publikationsverbot 1986 Fotografie bei Arno Fischer studierte, setzt an der Wirklichkeitsverheißung der Fotografie an. Indem er die Natur zum Testfall macht, entstehen Bilder über die Natur der Bilder. Seine Fotografien, die sich nicht mehr den chemischen Prozessen der Lichteinwirkung verdanken, sondern am Rechner geschrieben wurden, sind schon nach ihrer Herkunft unbezweifelbare Fiktion und eröffnen darin erst die Möglichkeit, etwas nie Gesehenes erlebbar zu machen. Die Betrachter, überwältigt oder vom Zweifel darüber bedrängt, was sie überhaupt sehen, müssen, anders als in ihren Fotoablagen, in einer Kunstausstellung die Differenz zu ihren Gewissheiten ertragen. Aber sie werden die Räume nicht unberührt verlassen. Wie ihre Vorstellungen von der Fotografie werden sich auch die von der Natur als klischeebestimmt erwiesen haben. Der Wald macht froh oder traurig. Der Baum denkt und der Bach murmelt. Die Natur heilt oder zerstört. Bilder aber gehen tiefer, wenn man sie als ihre eigene Wirklichkeit begreift. Sie zeigen uns immer die Grenzen, hinter denen wir die Welt nicht mehr verstehen, obwohl sie doch ist. „Limited Supply Only“ – nur begrenzt verfügbar – sagt genau das.


Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin

Tel.: 030 / 296 16 84, fotogalerie@kulturring.berlin

geöffnet: Di, Mi, Fr, Sa 14.00 bis 18.00 Uhr, Do 10.00 bis 20.00 Uhr

Studio Bildende Kunst

10.01. bis 14.02.2020

Wolfgang Bergt: aufGefallen

Vernissage: 09.01, 19.00 Uhr


Der Rostocker Amateur Wolfgang Bergt malt lichtdurchflutete norddeutsche Landschaften mit hohem Himmel, die er unterwegs auf einem Spaziergang an der Ostseeküste oder auf einer Fahrt erlebt und skizziert hat. Zu sehen sind auch Bilder von Reisen, von fremden Landschaften, die er beim Zeichnen und Pleinair-Malen tiefer erlebt hat, als das beim Sehen und Fotografieren möglich ist. Bergt arbeitete bis zum Rentenbeginn als Lehrer für Naturwissenschaften. Nebenbei hat er gezeichnet, gemalt und gedruckt. Als Autodidakt sammelte er Erfahrungen, erweiterte sie ständig in Kursen und Malzirkeln. Sein Wissen und Können gab er oft als Kursleiter an Kinder und Erwachsene weiter. Bergt nennt seine Werke gern „Bilder von unterwegs“. Für ihn ist das spannender als „angekommen sein“. Unterwegs lernt man Neues und Interessantes kennen, sammelt Erfahrungen, erlebt Großartiges und Enttäuschungen. Man kommt vorwärts, stolpert, stürzt und richtet sich wieder auf. Mit „Bilder von unterwegs“ meint er zuerst etwas Topografisches, aber auch etwas Künstlerisch-Handwerkliches. Er zeigt, dass er unterwegs zu neuen Maltechniken, zu einem neuen Stil ist, unterwegs zu neuen Ausdrucksformen, neuen Grenzen oder besser neuen Ufern. Es bedeutet für ihn ebenso, dass er Bilder der Meister der Künstlerkolonien Schwaan und Ahrenshoop studiert, in deren Nachfolge er sich empfindet. Für ihn kommt Kunst nicht nur von Können, sondern vor allem auch von Kennen und Künden.


21.02. bis 08.04.2020

Klaus Rähm - ZEITGEIST: Schrift Bilder Heute

Vernissage: 20.02, 19.00 Uhr


Eine Ausstellung der etwas anderen Art, die sich mit der Schrift als elementaren Ausdrucksträger, mit der Anmut der Druckschriften in ihrer sinnlich wahrnehmbaren, visuellen Gestalt unserer Sprache befasst. Sie möchte neugierig machen und vor allem diejenigen erreichen, die sich von der Poesie der Schriftbilder angesprochen fühlen. Mit Ideenvielfalt, akribischer Sorgfalt und dem Mut zum experimentellen Gestalten werden die sorgsam ausgewählten Texte so in Szene »gesetzt«, dass ihre Inhalte über die typografischen Kompositionen ihre Entsprechung finden. Die gestalterische Umsetzung der »Unfrisierten Gedanken« von Stanislaw Jerzy Lemm sowie vieler anderer Aphorismen und Satiren namhafter Autoren aus verschiedenen Jahrhunderten und deren formal, durch den Gestalter mitunter überhöht interpretierte Bezugnahme zu realen Situationen unserer Gegenwart kann uns zum Schmunzeln verleiten oder auch nachdenklich werden lassen. Beides liegt in der Absicht des Künstlers. Der Besuch der Ausstellung wird, auch weil man die Stellungnahme des einfühlsamen Typografen und die Leidenschaftlichkeit im virtuosen Gebrauch seiner grafischen Ausdrucksmittel zu spüren glaubt, zu einem nachhaltig wirkenden Erlebnis dieser stillen Kunst.


Studio Bildende Kunst, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

Tel.: 030 / 553 22 76, sbk@kulturring.berlin

geöffnet: Mo-Fr 10 bis 18 Uhr, Sa 14 bis 18 Uhr

GISELA-Freier Kunstraum Lichtenberg

09.11. bis 20.12.2019

Vom Einläuten der friedlichen Revolution


Am 9. November 1989 fuhr der Fotograf Manfred Michael Sackmann zum Übergang Sonnenallee. Ostberliner kamen ihm entgegen. Aufgeregte Menschen mit strahlenden Gesichtern. Manfred Michael Sackmann begann zu fotografieren und war irrsinnig erregt. Der Freie Kunstraum GISELA zeigt anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren eine Auswahl der damals entstandenen Fotos. Zusätzlich zeigen wir einen Dokumentarfilm von Adalbert Fahrenhorst, ein Zusammenschnitt aus Fernsehbildern und Reportagen vor und nach dem Mauerfall. Holger Kulick und René Perraudin dokumentieren das Einläuten der Revolution in der ehemaligen DDR 1989.


25.01. bis 28.02.2020

körper

Vernissage: 24.01, 18.00 Uhr

Laudatio: Lena Inosemzewa, Kunsthistorikerin

Finissage: 28.02, 16.00 Uhr


Lexander Prokogh und David Pollmann zeigen den menschlichen Körper auf unterschiedliche Weise: malerisch und fotografisch. Der Freie Kunstraum Lichtenberg lässt diese beiden Positionen aufeinandertreffen. So entstehen Räume für Austausch und Dialog.


GISELA-Freier Kunstraum Lichtenberg, Giselastraße 12, 10317 Berlin

Tel.: 030 / 51656005

Berliner Tschechow-Theater

31.01. bis 30.03.2020

Fotoimpressionen aus dem Berliner deutsch-russischen Tschechow-Theater


Ausstellung anlässlich des 160. Geburtstages von Anton P. Tschechow mit Fotos von Dr. Reinhard Hoßfeld


Berliner Tschechow-Theater, Märkische Allee 410, 12689 Berlin

Tel.: 030 / 93 66 10 78

Kulturküche Bohnsdorf

16.12. bis 27.02.2020

Ausstellung: Malvergnügen 2019


Die Kursteilnehmer*innen aus Berlin-Bohnsdorf zeigen Beispiele aus dem Fond ihrer diesjährigen Arbeiten. Erneut wurden zur zweidimensionalen Darstellung Themen aus allen Genres gewählt und verschiedenste Techniken des Zeichnerischen und Malerischen angewandt – bis hin zur Collage. Besonders gern animierte KH Beck seine Kursmitglieder*innen wieder zu verschiedenen Mal- und Materialexperimenten.


Kulturküche Bohnsdorf, Dahmestraße 33, 12526 Berlin

Tel.: 030 / 67 89 61 91, bohnsdorf@kulturring.berlin

geöffnet: Mo-Do 12.00 bis 18.00 Uhr und zu den jeweiligen Veranstaltungen

Kulturbund Treptow

09.12. bis 31.01.2020

Kulturbundgalerie: Werner Hoffmann - Rad-Wanderungen durch die Mark Brandenburg


Der Wahlberliner, Bühnenbildner, Ausstatter und Autor Werner Hoffmann bewegt sich schon seit über 30 Jahren mit seinem Fahrrad durch das abwechslungsreiche Land Brandenburg. Da liegt es nahe, sich auch auf jene Pfade zu begeben, die Theodor Fontane in seinem fünfbändigen Werk “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” so ausführlich und detailverliebt beschreibt. Doch die Historie ist für Hoffmann nicht so wichtig, vielmehr lässt er sich von den verschiedenen Landschaften der Mark Brandenburg inspirieren, um sie bildkünstlerisch umzusetzen. Entstanden sind gefühlvolle Bildwelten in den Techniken Malerei, Zeichnung und Grafik in unterschiedlichen Größen und Formaten, die seine Freude und den Genuss bei der Betrachtung und Wiedergabe seiner individuellen Eindrücke widerspiegeln. Vita des Künstlers (in aller Kürze) - Name: Werner Ernst Hoffmann; Augenfarbe: Olivgrau; Tierkreiszeichen: Widder; Geburtsort und -zeit: Salzwedel,an einem Sonntag im April; Migrationshintergrund: 1983 eingewandert aus Sachsen-Anhalt; Fortpflanzung: Eine Tochter, ein Enkel; Lieblingsrevier: Land Brandenburg; Lieblinginstrument: E-Bass; Lieblingsfarbe: Olivgraugelborgange-braunrosa; Berufe: Theatermaler, Ausstatter beim Fernsehen, Arbeit an Schulen, Medienwerkstatt, Schulhelfer; Revier: Johannisthal; Lieblingstier: Feldhase; Lieblingspflanze: Kaktus; Lieblingsoper: Der Rosenkavalier; Lieblingsbeschäftigung: Radfahren und Zeichnen in den Brandenburgischen Pampas.


02.12. bis 28.02.2020

Galerie im Club: Gymnastinnen


Wolfgang Hiob interessiert sich für Sportfotografie, seit er zu fotografieren begann. Zuerst die Wassersportarten in seinem Heimatort Berlin-Grünau, dann Leichtathletik. 2012 fotografierte er erstmals einen Wettkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik, die ihn seither fasziniert. Die Kombination von gymnastischen und tänzerischen Elementen, bei hoher Körperbeherrschung und hohem Rhythmusgefühl, gepaart mit der Anmut und Eleganz der Gymnastinnen bei ihren Küren, sind für ihn absolut bewundernswert. Die nun schon fast vier Jahre andauernde fotografische Zusammenarbeit mit den Gymnastinnen der Turn-Talentschule Corona Berlin unter der Leitung von Josephine König ist ein Glücksfall für Wolfgang Hiob, der in seiner Ausstellung eine Auswahl der vielen bei Wettkämpfen, im Training und bei einer Galaveranstaltung entstandenen Fotos zeigt. Hiob sagt: "Es ist nicht in erster Linie meine Ausstellung, sondern die der Mädchen der Turn-Talentschule Corona Berlin!"


10.02. bis 27.03.2020

Kulturbundgalerie Treptow: Remix-Paintings

Vernissage: 07.02, 19.00 Uhr


Heinz-Hermann Jurczek zeigt sich in seinem reich facettierten, selbst für Spezialisten seines Werkes kaum noch überschaubaren Bilderkosmos als souveräner Erbe aller Strömungen der Abstraktion im 20. Jahrhundert […] Massive geometrische Körper, feinste Liniengeflechte, spitzwinklige und stumpfe Formen, Hohlformen und metallisch glänzende Flächen, warme und kalte Farben stehen in ständiger Spannung zueinander, lassen das Auge nicht zur Ruhe kommen. Jurczeks non-figurative Werke sind keine abstrakt-konkreten, geometrischen, in sich ruhenden, auf das Absolute zielenden Kompositionen im Sinne von Malewitschs Bildkonzept der Ikone als Andachtsbild der reinen Form. Eher folgt er dem Konzept von Rodschenko, der als Künstler-Ingenieur das Technische, mathematisch Berechenbare betonte. Der Gedanke des steten Fortschritts im Sinne eines Fortschreitens der Menschheit, wie ihn u.a. die sowjetischen Avantgarden des vergangenen Jahrhunderts vertreten haben, ist ihm jedoch fremd. Zustimmung oder Kritik am Zustand der Welt ist nicht sein Thema. Seine Bilder sind keine Blaupausen einer zukünftigen besseren Welt. Sie sind im wörtlichen Sinne Utopien und sollen es auch bleiben. Jurczeks Gemälde zeigen frei flottierende Trümmer einer zerstörten Welt, die buchstäblich aus den Fugen geraten ist und deren technische Instrumente sinnlos, aber faszinierend durch den schwerelosen Raum schweben. (Eckhart J. Gillen – red. gekürzt)


Kulturbund Treptow, Ernststr. 14/16, 12437 Berlin

Tel.: 536 96 534, KBTreptow@kulturring.berlin

geöffnet: Mo-Fr 10.00 bis 16.30 Uhr, Di bis 19.00 Uhr

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