Werkstattkino: Leben - BRD (Harun Farocki)

Leben – BRD, 1990; Foto: Harun Farocki

Der Film des im Jahr 2014 verstorbenen Lichtenberger Regisseurs beschreibt einen „Höllengang durch eine Gesellschaft, die mit Ritualen, Schulungen, Lehrgängen aus dem Leben ein Trainingscamp macht“. Von Atemübungen für Schwangere, über Tests von Ausdauer und Befähigungen für den Beruf übt der Einzelne in einer Rolle für den 'Ernstfall' des echten Lebens. Parallel werden auch Maschinen und Automaten auf ihre 'Belastbarkeit' geprobt. „Ich nahm mir vor, einen Film zu machen, der ganz aus Szenen ist, in denen etwas geübt, beschworen, im Spiel dargestellt wird. Wir filmten in einer Übungsfirma, deren Belegschaft mit anderen Übungsfirmen wirkliche Briefe und fiktive Wirtschaftsgüter austauscht, eine Übungsszene, in der ein Mensch sich um eine Stelle bewirbt. Nicht lange, und er spricht davon, daß er vor ein paar Jahren Alkoholprobleme hatte, und er versichert nicht nur, nicht mehr zu trinken, sondern auch, in Therapie zu sein und Selbsthilfegruppen zu besuchen. Statt von Lohn und Arbeitskraft wird von Seele gesprochen, den Wirtschaftsunternehmen gliedern sich die therapeutischen an.“ (Harun Farocki 1990, Harun Farocki, Filme 1967-2005, absolut MEDIEN 2009, Booklet)- Deutscher Dokumentarfilmpreis der AG der Filmjournalisten.

MedienPoint Steglitz

01.06.2017 bis 30.06.2017

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Foto: Montage Medienpoint

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