Beziehung als Heilmittel? Die Bedeutung von Therapie und Familie für Shoah-Überlebende

Foto: http://www.mvspiegel.ch

Die meisten Menschen, die als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene die Shoah überlebten und mindestens körperlich einigermaßen unversehrt waren, haben nach der Verfolgungszeit Familien gegründet und ein neues Leben begonnen, mehrheitlich in einer neuen Heimat und in einer neuen Sprache. In der Nachkriegszeit waren diagnostische Begriffe wie „posttraumatische Belastungsstörung“ noch nicht formuliert, Traumaforschung als Praxisfeld gab es noch nicht. Auch wenn PsychotherapeutInnen später in den neuen Heimatländern vorhanden gewesen wären, ist es nicht ersichtlich, ob die Überlebenden sie in Anspruch genommen hätten. Von daher sind viele der Auswirkungen der belastenden Kriegserfahrungen im psychotherapeutischen Sinne unaufgearbeitet geblieben. Therapeutische Erfahrungen mit den Kindern der Überlebenden deuten darauf hin, wie sich dieses Phänomen von Generation zu Generation auf die familiären Beziehungen sowie auf die Gesellschaft ausgewirkt hat. Dieser Problematik wird Miriam Victory Spiegel in ihrem Vortrag nachgehen. Sie ist Paar- und Familientherapeutin in Zürich und war 1998 Gründungsmitglied und bis 2014 Co-Leiterin des Tamach (psychosoziale Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende und ihre Angehörigen in der Schweiz). Ihre jüdischen Eltern und älteren Brüder sind 1938 aus Deutschland entkommen und 1941 in der neuen Heimat New York angekommen, wo Miriam Victory Spiegel am Tag vor der deutschen Kapitulation im Mai 1945 zur Welt kam.

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Galerie Ost-Art, Giselastraße 12, 10317 Berlin

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