Anna Tüne liest aus ihrem Buch

Foto: Verlag galiani Berlin

In der Art einer literarischen Collage spannt Anna Tüne einen erzählerischen Bogen vom Vorkriegsdeutschland über die Nazibarbarei und die deutsche Nachkriegszeit zu Frankreich vor, während und nach seiner Besetzung durch die Deutschen. Dabei erzählt sie auf berührende Weise die Geschichte ihrer Familie und ihrer Kindheit. Ihre ursprünglich aus Posen stammende Bauernfamilie verschlug es in den 1950er Jahren im Rahmen eines Wiederansiedlungs-programms der französischen Regierung in den Ort Dieulefit in Südfrankreich. Dort waren noch wenige Jahre zuvor über tausend Flüchtlinge, rassisch und politisch Verfolgte, unter ihnen viele Kinder, vor dem Zugriff sowohl der deutschen Besatzer als auch des Vichy-Regimes geschützt und unversehrt durch die Kriegszeit gebracht worden. Dies konnte nur durch den Widerstand und die große Unterstützung der örtlichen Bevölkerung zustande kommen. In ihrem Buch erzählt Anna Tüne die Geschichte einer höchst ungewöhnlichen Integration. Mit Poesie und schonungsloser Ehrlichkeit entwirft sie ein spannendes und höchst komplexes Bild über den Umgang von Deutschen und Franzosen, von Opfern und Tätern, von Schuldigen und Unschuldigen nach dem Krieg. Vor allem aber erzählt sie die berührende Geschichte einer Kindheit, über die sich das Erbe der Herkunft bisweilen wie ein dunkler Schatten legte und die doch von einem hoffnungsvollen Zauber erfasst war.

MedienPoint Steglitz

09.10.2017 bis 30.11.2017

Schaufenstergalerie: Berlin und seine Umgebung

Malerei von Jacek Ringwelski frei, Sa. und So. geschlossen. mehr...

U-Bahnhof Kottbusser Tor; Foto: J. Ringwelski

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