Filmclub: Meine Mutter, ein Krieg und ich

Protagonist Wanja; Quelle: Tamara Trampe

Dieser auf der Berlinale 2014 mit großem Interesse vom Publikum aufgenommene und im gleichen Jahr mit dem Heiner-Carow-Preis ausgezeichnete Film hat einen sehr persönlichen Hintergrund: Tamara Trampe macht sich auf den Weg in das Land ihrer Geburt, in die Ukraine, damals Teil der Sowjetunion, wo sie im Kriegs-Winter 1942 geboren wurde. Nach Gesprächen mit ihrer Mutter, die nach dem Krieg in Berlin lebte, beschließt sie, die Stätten ihrer Kindheit, noch lebende Verwandte und Kolleginnen der Mutter, die als Frontkrankenschwester in der Roten Armee kämpfte, aufzusuchen. Es entstehen vor der Kamera tief bewegende Bilder vom Alltag heute, und in den Originaltonaussagen werden die Geschehnisse einer schmerzvollen Vergangenheit dokumentiert. Wir sehen seltenes Archivmaterial über die hingebungsvolle Arbeit der Krankenschwestern im Krieg und erleben diese damals jungen Menschen 70 Jahre später in ihrem bescheidenen Zuhause, mal stolz und auskunftsfreudig, mal sehr nachdenklich und traurig ob der Grausamkeit des Krieges und des Wirrwarrs der Gegenwart. - Ein warmherziger und kluger Film über die manchmal schmerzhafte Suche nach dem, was uns so sein lässt, wie wir sind. Der wohl beeindruckendste Film des Regie-Duos Tamara Trampe und Johann Feindt.

MedienPoint Charlottenburg

13.09.2017, 14.00 Uhr

10 Jahre Medienpoint Charlottenburg

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Medienpoint Charlottenburg; Foto: Kulturring in Berlin

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