Lange Nacht der Bilder: Kunst-Café

Der abgefangene Liebesbrief, um 1855; ©: Carl Spitzweg

Das Fenster wird in der Kunstgeschichte auf vielfältige Art und Weise dargestellt. Es kann Durchlässigkeit oder Abgrenzung bedeuten. Es kann architektonischen oder symbolischen Charakter haben. Es ist wie gemacht für Verrätselungen und das Herausarbeiten von Licht- und Schattenwirkungen. Das Fenster eignet sich hervorragend dafür, als Fensterblick Landschaften zu integrieren, wie zum Beispiel in dem Gemälde „Die Madonna des Kanzlers Rolin“ von Jan van Eyck, entstanden um 1435. Hier wird im Hintergrund durch einen dreibogig gerahmten Ausblick eine idealisierte burgundische Stadtlandschaft gezeigt, die den Herrschaftsraum des Kanzlers ins Bild setzt. Um das Fenster herum können sich ganze Geschichten ranken, wie bei Carl Spitzweg und seinem Gemälde „Der abgefangene Liebesbrief“, entstanden um 1855. Es handelt sich um eine Episode aus dem Kleinstadtleben. Ein an der Mütze kenntlich gemachter Student hat vom oberen Stockwerk aus einen Liebesbrief an einer Schnur abwärts geschickt. Jetzt baumelt er vor dem Fenster, durch das eine junge Frau über ihr Nähzeug gebeugt sitzt. Sie wird den bürgerlichen Sitten gemäß von einer älteren Frau behütet und bewacht. Die Ältere mit großer Haube und Kreuz auf der Brust hat den Brief entdeckt, und in ihrem Gesicht spiegeln sich Erschrecken und Empörung. Das Gemälde inspiriert die Betrachtenden, den Faden der Geschichte weiterzuspinnen.

Fotogalerie Friedrichshain

04.08.2017 bis 22.09.2017

EIN TAG IN BERLIN - 30 JAHRE DANACH - Gruppenausstellung

Welche Geschichten erzählt das gegenwärtige Berlin, nachdem seit 1987 30 Jahre vergangen sind? Die Jury wählte aus über 1000 eingereichten Bildern die aus, die das vielfältige Gesicht der Stadt, ihren Wandel und die dringendsten Themen der letzten Jahre widerspiegeln. Eintritt frei mehr...

David Kregenow, Terrain Vague, Stralauer Allee, 2016; Foto: David Kregenow

07.09.2017, 19.00 Uhr

EIN TAG IN BERLIN - Podiumsdiskussion mit Berliner Fotografen

Im Rahmen der Gruppenausstellung "Ein Tag in Berlin - 30 Jahre danach" präsentieren einige der 50 teilnehmenden Fotograf*innen ihre Berlin-Serien und diskutieren im Anschluss mit dem Publikum über die Entwicklung Berlins in den letzten 30 Jahren. Eintritt frei mehr...

Marianneneck, Berlin-Kreuzberg, 2016; Foto: Uli Kaufmann

29.09.2017 bis 10.11.2017

Die schönen Hosen - der Fotograf Fritz Kühn

Einblicke in das photographische Werk des vielseitigen Künstlers Fritz Kühn. Eintritt frei mehr...

Aufnahme Fritz Kühn Portrait ca. 1938; Quelle: Achim Kühn

Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin

Tel. 030 / 296 16 84

geöffnet: Di, Mi, Fr, Sa 14.00 bis 18.00 Uhr, Do 10.00 bis 20.00 Uhr

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