Galeriefrühstück: Berliner Biedermeier, Teil 2 Frühe Stadtbilder

Die Singakademie, 1843; ©: Eduard Gaertner

Bereits zur Biedermeierzeit gab es einige Berliner Maler, die neue Wege gingen und die bisher als kaum kunstwürdig eingeschätzte Stadtlandschaft als Motiv entdeckten. Da war Carl Blechen (geb. 1798), der aus Cottbus nach Berlin kam. Einige Jahre arbeitete er als Theatermaler, dann widmete er sich als freischaffender Künstler in erster Linie der Landschaftsdarstellung. Vor allem eine ausgedehnte Italienreise 1828/29, während der Hunderte Skizzen entstanden, regte ihn zu einer neuen Seh- und Malweise an. Auch ganz neue Themen, wie mit dem „Walzwerk Neustadt-Eberswalde“ (1830), einer der ersten Industriedarstellungen, griff er auf. Zu Lebzeiten anerkannt, wenn auch nicht unumstritten, geriet er nach seinem frühen Tode 1840 fast völlig in Vergessenheit. Ein weiterer Künstler war Eduard Gaertner (1801 Berlin – 1877 Flecken Zechlin), dessen Bilder der Straßen und Plätze des alten Berlin mehr als nur exakte historische Dokumente sind: er fing auch das städtische Leben und nicht zuletzt „Licht, Luft und Staub“ realistisch ein. Ein Höhepunkt seines Schaffens war das mehrteilige „Panorama von Berlin vom Dach der Friedrichwerderschen Kirche“ (1836). Blechen und Gaertner wurden erst auf der legendären Jahrhundertausstellung 1906 wieder entdeckt und als Vorläufer der Moderne gewürdigt.

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