Filmvortrag im Club: Affaire Blum, DEFA 1948

Foto: DEFA-Stiftung

Der DEFA-Film „Affaire Blum“ wurde am 3. 12. 1948 im „Babylon“ uraufgeführt. Zwei Tage später veröffentlichte die SPD-nahe Tageszeitung „Telegraf“ ihre Filmkritik unter der trefflichen Überschrift „Der Tragödie Vorwort“. Regisseur Erich Engel und sein Drehbuchautor Robert A. Stemmle hatten einen authentischen Kriminalfall von 1926 als Vorlage genommen: Ein jüdischer Fabrikant wird von einem ehemaligen Freikorpskämpfer des Mordes an seinem Buchhalter beschuldigt. Obwohl alles gegen ihn spricht, ermitteln deutschnationale Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter. „Der Film greift Repräsentanten der Oberschicht, des Beamtenapparats an, die, mit rassistischen Vorurteilen und nationaler Borniertheit beladen, sich von einem Halunken manipulieren lassen, nur weil dieser zu den Trupps der Reaktion gehört.“ (Wolfgang Gersch) Engel stellte erstmals in einem antifaschistischen Film die Täter und nicht die Opfer in den Mittelpunkt und machte damit deutlich, dass der Antisemitismus nicht erst 1933 begann. .... Nach knapp 70 Jahren ist dieser DEFA-Film absolut sehenswert und, leider, nach wie vor hoch aktuell.

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