Lesung im Club: Anja Schindler, "...verhaftet und erschossen"

Foto: Cover Verlag

25.04., 19.00 Uhr

Kulturbund Treptow

Im Jahre 1955 kam der zuständige Leningrader Militärstaatsanwalt nach Prüfung der NKWD-Akten von Anna Tieke, geb. Wittenburg, und ihres Sohnes zur Feststellung: Anna Tieke und Rudolf Tieke jun. sind ohne Grund 1937 verhaftet und auf der Grundlage von gefälschten Anschuldigungen und ohne Beweise 1938 erschossen worden. Das Gericht, so heißt es weiter im Rehabilitierungsbescheid, folgt daher der Empfehlung der Staatsanwaltschaft und hebt die Urteile auf. Hinter diesem bürokratisch-korrekten Text verbirgt sich das tragische und langjährige Martyrium einer ganzen Familie. Als die Tiekes 1931 Baumschulenweg in Richtung Moskau verließen, ahnte niemand, auf welch dramatische Weise sich ihr Leben gestalten wird. Das Jahr 1937 brachte ihnen Tod und Gulag, Arbeitsarmee und langjährige Verbannung. Nach 25 Jahren durften die Überlebenden der Familie nach Hause, nach Berlin zurückkehren. Ihr Schicksal – zwischen Stalins Terror und Hitlers Krieg – spiegelt die zerrissenen Lebenslinien von mindestens zwei Generationen in jenem Jahrhundert, das die Historiker das Jahrhundert der Extreme nennen. Anja Schindler erzählt die Familiengeschichte anhand von Fotos, Erinnerungen und Dokumenten. Sie wurde in Karaganda /Kasachstan, dem Verbannungsort ihrer Eltern, geboren, studierte Geschichte und Germanistik in Leipzig und publizierte zu deutschen Emigrantenschicksalen in der Sowjetunion der 1930er Jahre, zur Regionalgeschichte 1933-1945 sowie zu jüdischen Lebensbildern im NS-Deutschland.

Fotogalerie Friedrichshain

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Frank Gaudlitz - Sonnenstraße / La Ruta del Sol

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Renata von Hanffstengel - Ein Nachlass zu Lebzeiten

Die deutsch-mexikanische Fotografin Renata von Hanffstengel kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Ihre erste große Einzelausstellung in Berlin umfasst facettenreiche schwarz-weiß Bilder von Mexiko aus den 1970er und 80er Jahren. Eintritt frei mehr...

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