Kulturnews

Luther-Effekte (Reinhardt Gutsche)

Interkulturelle Begegnungsstätte

Der Kulturring beteiligte sich 2010 an einer Ausschreibung im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Soziale Stadt, für das Projekt einer „Interkulturellen Begegnungsstätte“ in Marzahn-Nord. Er erhielt den Zuschlag und wird in den Jahren 2011 und 2012 mit Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung – EFRE) sowie Mitteln des Landes Berlin und des Bundes (VV Städtebauförderung) bzw. aus privaten Mitteln für die Umsetzung dieses Projekts gefördert.
Der Kulturring wird die interkulturelle Begegnungsstätte in Form eines Theaterprojekts mit dem Namen A. Tschechow führen. Damit wird erreicht, dass altersübergreifend sowohl die deutsch- als auch die russischsprachigen Bewohner des Stadtteils mittels der kulturellen und künstlerischen Angebote, die sowohl in Deutsch, in Russisch bzw. zweisprachig durchgeführt werden, angesprochen, erreicht werden und beim gemeinsamen Kunsterlebnis zusammen treffen und in ein Gespräch kommen können. Durch die Zusammenarbeit mit dem Verein Reistrommel e.V. wird es auch ein Angebot für die vietnamesischen Bürger im Stadtteil geben. Damit wird der Kulturring mit kulturellen und künstlerischen Mitteln einen wichtigen Beitrag zu den notwendigen Integrationsaufgaben im Stadtteil leisten.
Obwohl der Theaterbetrieb eine hochkulturelle Einrichtung ist, soll auch den sozialen Belangen im Stadtteil – also dem Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten – mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen entsprochen werden. Dazu werden bisherige Angebote, wie das Kinderstudio „Sonnenschein“, der Seniorentanznachmittag, die Familienveranstaltung „Mutti shoppt – Kinder hören und spielen Märchen“ weitergeführt und frühere Angebote, wie das gemeinsame Singen „Possidelki“, wieder aufgenommen. Es finden außerdem im Haus offene Proben des „Haustheaters“, des Ensembles Theater und Tanz, für alle Altersgruppen statt, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann.
Eine wichtige Prämisse für die Angebote in der interkulturellen Begegnungsstätte ist, dass sie auch Bevölkerungsgruppen im Stadtteil erreichen, die nicht (mehr) sehr mobil sind und dennoch kulturell-künstlerische Erlebnisse im unmittelbaren Lebensumfeld wahrnehmen möchten, die für sie auch bezahlbar sind (beispielsweise Kinder, Jugendliche, Senioren, Kranke und Behinderte, sozial schwache Personen). Die Einrichtung hat einen behindertengerechten Eingang.
Für die Planung der kulturellen und künstlerischen Angebote steht die Orientierung im besonderen Blickfeld, eine Profilschärfung der bisherigen fachlichen Tätigkeit vorzunehmen. Das bedeutet, die theatralischen Angebote durch die Auswahl der Stücke und Künstler interessanter zu gestalten – beispielsweise sollen wieder verstärkt Gastensembles mit russischsprachigen Theateraufführungen im Haus auftreten. Mit dem Hausensemble des Kulturrings, dem Ensemble T&T (Theater und Tanz), und dem Kooperationsensemble Theater New Actors of K.I.L.D. aus Bayreuth wird es je Quartal eine zweisprachige Theateraufführung von Tschechow-Stücken geben.
Neben den Angeboten in der Einrichtung ist es nach wie vor auch eine Aufgabe, mit speziellen Angeboten im öffentlichen Raum und in anderen Einrichtungen des Stadtteils aufzutreten, beispielweise mit Theaterprojekten in den Schulen, aber auch darüber hinaus z.B. in Senioreneinrichtungen. Eine weitere Form der Profilschärfung besteht in der stärkeren Einbindung von im Stadtteil lebenden Künstlern.

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