Kinderwege ins Exil (1933-1945)

Ausweis von Inge Lammel (geb. Rackwitz) in England, 1940; Foto: Museen Tempelhof-Schöneberg, Archiv

„Aber es wäre ein Verbrechen gewesen, ein Kind weiterhin in dieser Atmosphäre aufwachsen zu lassen“, schrieb Martin Gumpert, jüdischer Arzt und Schriftsteller aus Berlin, in seiner Autobiographie „Hölle im Paradies“ über den Entschluss 1936, mit seiner achtjährigen Tochter Nina nach New York ins Exil zu gehen. Jüdische Kinder waren von der NS-Machtübernahme besonders betroffen. Sie wurden aus regulären Schulen ausgeschlossen, flohen mit der Familie ins Exil oder wurden allein in ein rettendes Gastland geschickt. Kinder haben eine andere Perspektive auf die Emigration. Sie bedeutete zugleich einen Verlust und den Anfang eines neuen Lebens. Beim Abschied fühlten sie sich schuldig, Freunde zu verlassen und in den schmalen Koffer passte nicht alles, was man an Dingen lieb gewonnen hatte, hinein. Wegen ihrer antifaschistischen Einstellung mussten viele Berliner Künstlerfamilien, die meisten auch jüdischer Herkunft, das Land bereits 1933 verlassen. Für ihre Söhne und Töchter wurde der Weg durch die Länder zur Kinder-Odyssee. Judith Kerr, Jesaja Lewin, Walter Levin, Pierre Radvanyi, Ursula Mamlok erzählen in Büchern, Dokumenten und Filmen von ihren Erinnerungen. Auf die Kindheit und Jugend folgte oft nicht die Heimkehr, sondern die Verwurzelung in einem anderen Land. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Flucht der Kinder und ihren weiteren Wegen. Einzelne Geschichten zeigen auch Gemeinsamkeiten mit Flüchtlingskindern aus der ganzen Welt.

MedienPoint Schöneberg

17.06.2017, 13.00 Uhr

Chorfest "Die Crellestraße gibt den Ton an"

Wiederkehrendes Chorfest in der Crellestraße. 25 Chöre singen vor Restaurants, Galerien, Vereinen in der Crellestraße. Der Medienpoint öffnet aus diesen Anlass für das kleine und große Besucherpublikum. Für alle Freunde der Musik werden Literatur und Schallplatten aus dem Genre ausgesucht und angeboten. Eintritt frei

©: I.Sevim

MedienPoint Schöneberg, Crellestr.9, 10827 Berlin

Tel. 76 76 58 70

geöffnet: Mo-Fr 9.00 bis 17.30 Uhr

Rathaus Schöneberg

05.06.2017, 17.30 Uhr

Rahel R. Mann (Jg. 1937) - Zeitzeugin

Seit März 2014 liest Rahel Mann an jedem ersten Montag des Monats aus dem Buch "UNS KRIEGT IHR NICHT" von Tina Hüttl. Ort: In der Ausstellungshalle. frei mehr...

Rahel R. Mann; Foto: ARD alpha (2014)

15.06.2017, 19.00 Uhr

Kinderwege ins Exil (1933-1945)

Vortrag mit Film von Dr. Gesine Bey, Moderation: Dr. Simone Ladwig-Winters, Goldener Saal. Eintritt frei

Ausweis von Inge Lammel (geb. Rackwitz) in England, 1940; Foto: Museen Tempelhof-Schöneberg, Archiv

28.06.2017, 18.00 Uhr

Filmreihe im Begleitprogramm der Ausstellung "Wir waren Nachbarn - Biografien jüdischer Zeitzeugen".

Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss, (USA 1978), Teil 2: Die Straße nach Babi Yar (94 Min.), Kinosaal. Eintritt frei mehr...

Foto: lookfordiagnosis.com

Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin

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