Juliane Daldrop: Beobachterin vor Ort

DB-Hochhaus am Potsdamer Platz, 2012, 59x42cm, Graphit auf Papier; Foto: Juliane Daldrop

Nach dem Studium an der HdK und dem Schuldienst setzte sich Juliane Daldrops Liebe zum städtischen Raum wieder durch. Sie experimentierte mit Stadtplänen von Köln, Venedig und Berlin. Zuerst farbig, dann auf schwarz und weiß, reduziert in kleinen und großen Formaten. In ihrem ehemaligen Neuköllner Atelier fesselte sie zusehends der Ausblick in die Höfe und mit Sicht, durch eine Bombenlücke freigelegt, bis in die Karl-Marx-Straße. Es entstanden Mischformen, Zeichnungen in Papierschnitten und Papierschnitte in Zeichnungen, bis sie sich für die Zeichnung entschied, "Blicke zum Hof", Saalbau Neukölln, 2011. Danach zog es sie in das Zentrum der Stadt. Am Leipziger Platz wurde sie fündig. Die Kanzlei Knauthe stellte ihr für drei Monate zwei Büros im 6. Stock zur Verfügung. Sie konnte ihren Blick von der Philharmonie über das markante DB-Hochhaus, das Sony-Center, den Potsdamer Platz, über die Baustelle der Mall, die noch den Blick zum Reichstag freigab, schweifen lassen. 2013 zeichnete sie im Hotel Bogota, hielt Arbeitsspuren und das Hotelleben fest. Heute wandert sie durch die Stadt und zeichnet dort vor Ort, wo das Auge zur Ruhe kommt.

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